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Ein Fuchswallach namens Wurfstern sorgt seit geraumer Zeit für Furore. Fünf Rennen hat der Silvano-Sohn aus der Wurfbahn bisher bestritten. Fünfmal hat der Ravensberger seinen Gegnern die Eisen gezeigt, und das in einer Manier, die noch einiges erwarten läßt. Grund genug einmal bei seiner Trainerin Ilona Buschmaas in Verl nachzufragen.
Sagt Ihnen der Name Peterschmitt etwas? Schon mal gehört, ach ja. Kommt einem irgendwie bekannt vor, hat doch vor kurzem in Baden-Baden gewonnen. Stimmt genau. Nicht nur einmal. Weil es so schön war, gleich dreimal. Erst Contas,9 Jahre alt. Dann Kara´s Boss, stammt noch von Nebos ab und zählt elf Lenze und schließlich Ibn al Nature zum Dritten, auch immerhin bereits sieben.
Genau so stellt man sich im Allgemeinen wohl Leibwächter in Spanien vor. Eine Erscheinung mit breiter Brust und starken Schultern, mit sehr muskulösem durchtrainiertem Körper, der seinen Rahmen bestens ausfüllt. Einzig ein bißchen Größe fehlt vielleicht. Er trägt das Haar kurz, aber das tun die Meisten seiner Kollegen auch.
Fast wäre Zippy Chippy kein ewiger Verlierer gewesen: Am 18. März 2001 gewann der Held dieser Geschichte im Zieleinlauf des Freehold Raceway gegen Paddy's Lady ein Galopprennen. Doch: Es war nur ein „Exhibition Race“, ein Test - und Zippy Chippy blieb sieglos in den unbarmherzigen Statistiken der Buchmacher. Bis heute. Bis zu seinem Karriereende.
Es war ein harmloser Ausgleich IV zum Ende der Veranstaltung. Das Gros der Rennbahnbesucher hatte sich eigentlich schon auf den Heimweg gemacht. Doch vor wenigen Tagen in Mülheim brandete noch einmal ungeheure Spannung und vor allem Stimmung auf, die ansonsten vermisst wird. Begeisterung für das eigene Pferd, hörbar bis in die Buchmacherläden.
Galopprennen sind Leistungsprüfungen um die besten Pferde für die Weiterzucht zu ermitteln. Weil die Vollblutzucht sich ausschließlich aus den Wetten finanziert, ist der sportliche Aspekt ein wichtiger Teil der Rennen. Um die Spannung in den Rennen zu erhalten werden die Pferde nach Ihrem Können bewertet und und bestimmten Klassen zugeordnet. Diese Bewertung wird in kg Ausgleichsgewicht (GAG)angegeben. Ein theoretisches Gewicht, das die Pferde tragen müssten um gleichzeitig im Ziel einzulaufen. Besonders geschulte Personen, die Ausgleicher, nehmen diese Einstufung nach jedem Rennen vor.
Immer wieder prangern pseudo-Tierschützer den Galopprennsport als Tierquälerei an, ohne sich überhaupt je in einem Trainingsstall informiert zu haben. Dabei ist der Galopprennsport von allen Pferdesportarten derjenige, der den natürlichen Bewegungsablauf des Pferdes entspricht. Pferde galoppieren nicht nur auf der Flucht sondern auch beim Spielen und toben auf der Weide. Aus diesem Grund will ich einen Einblick in die tatsächliche Welt des Trainings eines Rennpferdes geben.
Seit den 19. Jahrhundert sind Galopprennen für Vollblüter vom Staat gesetzlich vorgeschriebenen Leistungsprüfungen - mit dem Ziel, eine planvolle, erfolgsorientierte Tierzucht für Kavalleriepferde zu ermöglichen. Wer dem Zuchtziel des Vollblutpferdes am besten entspricht, darüber gibt die unfehlbarste Auskunft der Zielpfosten auf der Rennbahn. Deshalb also Rennen.
Zwischenzeitlich hat das Pferd seine militärische Bedeutung verloren. Aus dem nach wie vor gesetzlich vorgeschriebenen Zuchtausleseverfahren ist zwischenzeitlich eine der bedeutendsten Sportarten geworden. Eine besonders aktive Freizeitgestaltung mit viel Bewegung an der frischen Luft. Es geht dabei für die meisten Zuschauer neben Spannung, Kampf und Ästhetik, auch um das Wetten.
Am Totalisator, so wird der Wettbetrieb auch genannt, setzten die Rennveranstalter in Deutschland 2008 auf 41 Galopprennbahnen bei 1573 Rennen 39,2 Mio. € um (in Honkong machen sie den Umsatz auf 2 Bahnen in einem Monat). Weltweit fließen pro Jahr in 80 Ländern schätzungsweise 150 Milliarden Euro durch die Wettkassen. Wettfreudigstes Volk sind dabei die Japaner mit einem Jahresumsatz von rund 30 Milliarden Euro.
Was macht die Pferdewette so attraktiv? Es sind zwei wichtige Faktoren: Zum einen ist da das rein sachliche Argument, daß die Gewinnausschüttung beim Galopprennen mit bis zu 83 Prozent der Einsätze weit höher ist als bei den meisten anderen bekannten Gewinnspielen. Der andere wichtige Gesichtspunkt ist ein mehr emotionaler, der jedoch für die meisten viel wichtiger ist: das ist die bei uns so nur im Pferderennsport zu beobachtende direkte Einbindung des Publikums. Das, was Wissenschaftler das “Interaktive” nennen. Was das heißt?