Ähnlich wie beim Fussball werden die Rennen nach verschiedenen Leistungsklassen ausgeschrieben. Folgender Vergleich soll dies verdeutlichen:
| Galopprennsport | Fußball | |
| Ausgleich/Handycup 4 (bis ca. 60kg GAG) | = | Kreisklasse |
| Ausgleich/Handycup 3 (bis ca. 70kg GAG | = | Regionalliga |
| Ausgleich/Handycup 2 (bis ca. 80kg GAG) | = | Oberliga |
| Ausgleich/Handycup 1 (über 80kg GAG) | = | zweite Bundesliga |
| Listenrennen | = | Bundesliega |
| Gruppe 3 | = | Pokalsieger |
| Gruppe 2 | = | UEFA Cup |
| Gruppe 1 | = | Championslique |
Diese Kategorisierung wurde Anfang der siebziger Jahre, gleichzeitig mit den anderen vier führenden Galoppsportländern in Europa (Großbritannien, Frankreich, Irland und Italien), eingeführt. Der Hintergrund ist ein züchterischer: Um den internationalen Vergleich, Austausch und Handel zu erleichtern, wollte man eine über die Grenzen hinweg funktionierende, einfache Meßbarkeit des Ranges von Rennen schaffen. Ein Beispiel: Einem italienischen Vollblutzüchter wird von einem Deutschen eine irische Stute angeboten, die schon 15 Jahre alt ist. Während ihrer Rennlaufbahn hat sie keiner von beiden gesehen und von den Namen irischer Rennen - davon gibt es ziemlich viele, haben sie auch nicht die meiste Ahnung. Aber wenn man weiß, daß diese Stute Siegerin in einer Prüfung der Gruppe III oder II ist, dann ist damit gesagt, daß es sich um ein sehr gutes Pferd handelt.
Der zweite, ebenso wichtige Beweggrund für die Schaffung der Kategorien war ein renntechnischer. Wenn die Berechnung der zu tragenden Gewichte allein auf der Grundlage der von den Pferden bisher gewonnenen Rennpreise erfolgt, sind sportliche Ungerechtigkeiten die Folge. Seit der Einführung der Grupperennen kann die Ausschreibung eines Rennens dagegen die Sieger eines Rennens z.B. der Gruppe III alle gleich stellen und für gerechte Gewichtsbedingungen sorgen. Ein Begriff, der übrigens in diesem Zusammenhang ebenfalls oft auftaucht, ist das “Listenrennen” oder “Listed Race”. Das ist eine Kategorie, zu der auch etliche Hindernisrennen gehören. Auch bei diesen Rennen handelt es sich um Prüfungen von exponiertem Rang, die meist schon seit Jahren unter ähnlichen Bedingungen ausgetragen werden. Auch diese Kategorierung bietet die Möglichkeit, international eine Aussage über den Rang eines bestimmten Rennens zu machen. Für den Rennsport-“Verbraucher” bedeutet “Grupperennen” und “Listenrennen” jedenfalls immer, daß sportlich etwas Besonderes geboten wird.
Fünf Spitzenrennen für dreijährige Hengste und Stuten sind als sogenannte “klassische Rennen” besonders exponiert. Es sind der ARAG-Preis in Düsseldorf und der Preis der Diana Deutsches Stuten-Derby- in Hamburg (beide nur für Stuten) sowie das Kölner Mehl-Mülhens-Rennen, das Deutsche Derby in Hamburg und das Deutsche St. Leger in Baden Baden. In diesen Rennen starten alle Hengste und Stuten unter demselben Gewicht.
Altersgewichtsrennen
Altersgewichtsrennen, auch Aufgewichtsrennen genannt, sind Rennen, in denen die Pferde verschieden hohe Gewichte zu tragen haben, je nach ihren bisher gewonnenen Geldpreisen und ihrem Alter.
Ausgleiche
Bei den Ausgleichen ergibt sich das zu tragende Gewicht nicht von vornherein aus einer Ausschreibung, sondern wird vom Ausgleicher zugeteilt . Zu unterscheiden sind bei Flachrennen Ausgleiche der Kategorie I, II, III und IV, bei Hindernisrennen (Hürdenrennen und Jagdrennen) solche der Kathegorie G, M und U (gute, mittlere und untere Klasse).
Amateurrennen
Bei Amateurrennen sind Berufsrennreiter ausgeschlossen. Teilweise sind diese Rennen auch nur für Amateurreiterinnen ausgeschrieben. Weibliche wie männliche Amateure dürfen auch in fast allen anderen Rennen, also gegen die Berufsrennreiter antreten.
Nachwuchsreiten
Nachwuchsreiten nennt man Rennen, in denen ausschließlich Auszubildende und junge Berufsrennreiter mit weniger als 10 Siegritten zu Einsatz kommen dürfen. Die Auszubildenden dürfen jedoch auch in anderen Rennen gegen die Berufsrennreiter antreten. Sie erhalten hierbei eine Gewichtserlaubnis. Das heißt, das für ein Pferd berechnete zu tragende Gewicht vermindert sich, wenn ein Auszubildender oder Nachwuchsreiter reitet, um 1-5 Kg, so daß im Wettkampf mit den erfahreneren Kollegen ein gewisser Ausgleich für die noch geringere Rennerfahrung geschaffen wird.
Verkaufsrennen
Bei Verkaufsrennen können die gestarteten Pferde nach dem Rennen, ausgehend von einem vom Besitzer angegebenen Einsatzpreis erworben werden. Das zu tragende Gewicht bestimmt sich ausschließlich nach Alter und Geschlecht der Pferde, sowie der Höhe des genannten Einsatzpreises.





